MIPIM 2019: «Engaging the Future. Die Welt in 30 Jahren»

Die internationale Immobilienmesse MIPIM in Cannes feierte ihr 30-Jahre-Jubiläum und rund 26.800 Besucher kamen – ein Rekordwert. Der Grossteil der anwesenden 5.400 Investoren frohlockte über das anhaltende Niedrigzinsumfeld. Auch PropTech war erneut eines der wichtigsten Themen.

Die 30. Ausgabe der MIPIM stand unter dem Motto «Engaging the Future. Die Welt in 30 Jahren». Prominentester Redner war der langjährige Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki-moon. Er sprach von den globalen Herausforderungen, wie Steigerung der Lebensqualität in vielen Ländern dieser Welt, von Ressourcenknappheit und Umweltschutz sowie von Smart Cities. Letztere brauche es dringend, denn die Trends Verstädterung, Klimawandel sowie alternde Gesellschaften müssten aktiv gemanagt werden und da komme vor allem auch die Digitalisierung gerade recht. Beim Thema Digitalisierung setzten die MIPIM-Messebetreiber mit ihrem Innovationsforum erneut auf das bewährte Rezept: Junge PropTech-Firmen aus aller Welt trafen hier auf etablierte Unternehmen und zeigten auf, welchen Weg die Bau- und Immobilienwirtschaft in den nächsten Jahren und Dekaden nehmen könnte.

Den Startup-Wettbewerb gewann das tschechische Unternehmen Spaceti, welches von Mitgründer Aakash Ravi vor Ort vertreten wurde. Das PropTech aus Prag bietet eine All-in-one-Plattform für die Digitalisierung von Immobilien, die als Software oder zusammen mit Sensoren als vollständige IoT-(Internet-of-Things)-Lösung verwendet werden kann. Spaceti wird mit dieser Auszeichnung auch automatisch in das Accelerator-Programm von MetaProp 2019 aufgenommen. Es schlug im MIPIM-Finale die Mitstreiter Tatami, eine digitale Lösung für den modularen Hausbau, und onTarget, welches vorausschauende Analysen und Sensorik für die Bauindustrie anbietet. Diese beiden nahmen die Preise zwei und drei im Wettbewerb entgegen. Die weiteren Finalisten waren die Firmen Sensorberg (Immobiliendigitalisierung mittels Sensorik), District (AI-Technologie und App zur Verknüpfung von Smart Buildings und deren Nutzern) sowie Neoma, eine Guest-Service-Plattform für Hotelbetreiber.

Die Freude der «jungen Wilden» spiegelte sich auch in der Stimmung der alten Garde der Immobilienindustrie: Viele sehen die Verlängerung des Immobilienzyklus‘ dank anhaltender Niedrigzinsen positiv, nur wenige Akteure warnen vor einem möglichen bösen Erwachen nach der globalen Kapitalflut, die sich in viele Immobilienmärkte ergiesst. Für Damian Harrington, Director & Head of EMEA Research bei Colliers International, bieten sich in den europäischen Immobilienmärkten weiterhin Opportunitäten. «Die Yield Spreads sind gut und aus meiner Sicht bieten sich hier einige End-of-Cycle-Optionen für Investoren». Für gewisse Sektoren wie zum Beispiel Industrie und Logistik, aber auch Hotel oder Arealentwicklungen sieht er ein Momentum. Die Wohnimmobilienmärkte seien global gesehen im Aufwind, in Europa seien hier vor allem Grossbritannien, Skandinavien und Deutschland zu nennen, so Harrington auf einem Investment-Briefing an der diesjährigen Jubiläums-MIPIM.

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