SwissPropTech Day 2019: Technologie – Speed – Dating

Am 22. Mai traf sich die junge Schweizer Proptech-Szene zum dritten Mal zum Jahrestreffen. Das Wachstum der Teilnehmenden kann sich sehen lassen: Das Publikum wuchs von 30 über 90 auf mehr als 230 Teilnehmende in nur drei Jahren. Etablierte Unternehmen der Immobilienbranche mischten sich unter die vielen Startups. Investoren hielten Ausschau nach dem «Next Big Thing».

Am Morgen war der Anlass noch den Mitgliedern von SwissPropTech vorbehalten, der Nachmittag stand allen Interessierten offen. Mario Facchinetti, Initiator von SwissPropTech, und Joanna Demkow-Bartlomé, verantwortlich bei dem Netzwerk für den Bereich ConTech, begrüssten am Morgen die Teilnehmer und auch den Keynote-Speaker, den bekannten Eishockey-Coach und Buchautor Mark McGregor. Thema des Tages waren die Parallelen zwischen Erfolgen im Sport und im Geschäft, speziell in Startups.

McGregor betonte in seinem Vortrag «Team culture success factor No. 1» wie er früher als Spieler mit dem Kopf durch die Wand wollte – und scheiterte, und er erst später als Coach lernte, die richtigen Ziele und Anreize zu setzen. Und damit äusserst erfolgreich war. Das starke Mentale und eine fordernde Vision bezeichnete er als wichtigste Basis, um erfolgreich zu sein. Im Team müsse die Mischung stimmen, Leader und Vorbilder nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. McGregor nahm die Vorbildfunktion nicht nur im Sport als Beispiel, sondern auch im Geschäft und im Privatleben. Beispiel Familie. Ganz wichtig aus seiner Sicht: Ein Team ist nur erfolgreich, wenn die Mitglieder intrinsisch motiviert sind. Gerade in einem Startup, wo es in einem kleinen Team nur Schlüsselfunktionen gibt.

Ein klares Ziel vor Augen

Im anschliessenden Podiumgespräch diskutierten Florence Schelling, ehemalige Torhüterin des Schweizer Eishockeynationalteams, und Bruno Vollmer, ehemaliger Nationalliga A-Spieler und aktuell COO der ZSC Lions, Erfolg aus Sicht von Sport und Business. Schelling sieht keinen grossen Unterschied zwischen Geschäft und Sport: «Es geht vor allem darum, ein klares Ziel vor Augen zu haben, seine eigenen Stärken zu kennen und sich darauf zu fokussieren. Damit hilft man seinem Team am besten.»

Und der Unterschied zwischen Männern und Frauen im Team? Schelling hat viele Jahre in reinen Männerteams gespielt und auch im Schweizer Frauen-Nationalteam. Frauen arbeiten gemäss ihrer Erfahrung zielorientierter zusammen und «bitchen» auch weniger rum. Entgegen der landläufigen Meinung. Steht den Männern das eigene Ego ab und zu im Weg?

Ein Unterschied zwischen Sport und Business wurde abschliessend richtig und wichtig von Mario Facchinetti aufgegriffen: Misserfolg wird im Sport sehr selten gefeiert, war sich das Podium einig. Oder gibt es «Fuck-up Nights» im Eishockey, die im Startup-Umfeld sehr verbreitet sind? Startups scheitern ja naturgemäss häufig.

Speed-Dating, Startup- und Studien-Präsentationen

Der Anlass fand passend zum Thema und zur Sportart im Hallenstadion Zürich statt. Ein für einen Networking-Anlass obligates Speed-Dating rundete den Morgen ab und gab damit genügend Diskussionsbasis für den anschliessenden Lunch und die Startup-Präsentationen im Foyer entlang der «PropTech Alley», wo unter anderem Archilyse, Coozzy, eeProperty, Flatfox, Hegias, PriceHubble und Smino vertreten waren, um nur einige der über 30 Aussteller zu nennen.

Am Anlass der Schweizer PropTech-Branche wurde auch der neue SwissPropTech Report 2019 präsentiert. Das Netzwerk hatte zum zweiten Mal seit der Premiere 2017/18 zusammen mit dem Credit Suisse Research Akteure aus dem Kreis junger Digitalfirmen der Immobilienwirtschaft befragt. Eines der Resultate: Das «Startup-Fieber» der vorangegangenen Jahre habe substanziell nachgelassen und die Zahl an Neugründungen sei im 2018 nicht mehr so hoch gewesen wie auch schon. Dennoch habe die Schweiz mit ihren aktuell über 200 PropTech-Firmen ein bedeutendes Potenzial – nicht nur national, sondern auch global. So lautet denn auch der Titel des im Mai publizierten Reports «High potential – but not yet self-running» (Link siehe unten).

Andreas Koch alias „Die Pfeife“, Head Referee der Swiss Ice Hockey National League A, schloss den gelungenen SwissPropTech Day 2019 am Event-Nachmittag mit seiner Keynote «Unter Druck entscheiden» ab. Hier seine wichtigsten Botschaften:

  1. Kenne deine Beweggründe, weshalb du dich für etwas entscheidest: Aus einer Bedrohung oder aus Leidenschaft bzw. Faszination?
  2. Wenn du wenig Erfahrung mit Entscheidungen hast, nimm Entscheider an deine Seite, die es gewohnt sind, zu entscheiden.
  3. Kenne die Persönlichkeiten, die entscheiden und sprich ihre Sprache.
  4. Reduziere Optionen, wenn es zu viele gibt.
  5. Entscheide basierend auf Erfahrung und nicht aus der Emotion heraus.
  6. 90% unserer Entscheidungen passieren unterbewusst, versuche sie zu verstehen.

Der nächste Jahreskongress SwissPropTech Day wird am 19. Mai 2020 stattfinden.

Mehr Infos zum SwissPropTech-Report 2019 der Credit Suisse: https://swissproptech.ch/study

Weitere Infos zu SwissPropTech inklusive Verzeichnis der Mitglieder und Startups: https://swissproptech.ch

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