Metaverse: Virtual Real Estate oder von der Laufkundschaft für virtuelle Immobilien

Für unseren Kunden Fasoon (eines der führenden Online-Gründungsportale der Schweiz) haben wir gerade ausführlich zum Thema «Wie mega ist das Metaverse?» geschrieben. Mit vielen Fakten und auch etwas Meinung, ob wir denn das Metaverse auch brauchen und wollen. Unser Fazit: Schauen wir mal, wie lange es dauert, bis viele Menschen vom Mehrwert von Metaversen überzeugt sind und sagen: «Beam me up, Zucky».

Wir haben folgende Aspekte betrachtet, die uns zu diesem Fazit führen:

  • Web 3.0 und Metaverse
  • Gaming – der Ursprung von Metaversen
  • Freizeit und Vergnügen
  • Digitale Kunst wird einzigartig
  • Was kann man in Metaversen kaufen?
  • Kollaboration und Kooperation
  • Arbeit und Dienstleistungen
  • Demokratisierung der Wirtschaft – weltweit?
  • Technologie: AR, VR, Cloud, Blockchain, Wallets, NFTs, Rechenleistung
  • Datenautonomie, Transfers und Schnittstellen
  • Und die Umwelt?
  • Ethische Fragen gibt es auch noch
  • Wollen wir das alles?

Wenn Sie diese Themen interessieren, empfehlen wir mit gutem Gewissen unseren Blog-Beitrag auf Fasoon. Wir wollen hier kurz einen genaueren Blick auf Themen rund um Immobilien in Metaversen werfen.

Lage, Lage, Lage – auch virtuell?

Natürlich gibt es in den verschiedenen Metaversen auch Grundstücke und Häuser zu kaufen. Denn irgendwo müssen Avatare auch wohnen. Oder doch nicht? Wohnen müssen sie grundsätzlich nicht, aber aufhalten und an einem schicken Ort repräsentieren, darf doch auch virtuell sein. Es geht also virtuell vor allem um Büro-, Retail- und Hospitality-Immobilien. Industrie wird ebenfalls nicht gebraucht – auch wenn ein Konzert oder eine Galerie in einer Industrie-Chic-Immobilie sehr cool wären. Schauen wir mal, wie viel Architektur-Kitsch Metaversen hervorbringen werden. Hospitality-Immobilien sind vor allem für Konzerte und Events von Interesse. Grundstücke lassen sich also bebauen, vermieten und wenn sie sich als Attraktion eignen, auch Eintritt verlangen. Zählt dabei auch das Mantra der realen Immobilienwelt «Lage, Lage, Lage»? Offensichtlich ja, wenn man erzielte Preise zu Rate zieht. Wobei dies eher überrascht, ist doch die Bedeutung der Lage in der realen Welt vor allem der Trägheit der Masse geschuldet, da man sich nicht einfach schnell irgendwo hinbeamen kann. Auch im Metaverse scheint es aber darum zu gehen, eine Immobilie am schönsten Platz oder in der hippsten Nachbarschaft zu haben. Auch virtuell wird also die Makro- und Mikrolage betrachtet.

Dass Laufkundschaft und die Lage für virtuelle Immobilien etwas weniger zentral ist, zeigt diese Aussage in der NZZ: «Einen Anhaltspunkt dazu bietet ein Paper von Professor Fabian Schär vom Center for Innovative Finance an der Universität Basel. Gemeinsam mit seinem Team hat er untersucht, wie Immobilienpreise in Decentraland zustande kommen. Dabei stellten sie fest, dass Parzellen an zentralen Punkten oder Anlaufstellen höhere Preise erzielen als eher abgelegene Grundstücke. Wie auch in der realen Welt Immobilien an zentralen, stark frequentierten Orten oft wertvoller sind. Wer Decentraland betritt, startet seinen Besuch in der Regel an einem zentralen Ort, der sogenannten Genesis Plaza. Die Parzellen darum herum haben daher eine erhöhte Chance, per Zufall erkundet zu werden. Das macht sie für Investoren und Unternehmen interessant.»

Einschränkend gilt wie oben erwähnt: In Metaversen kann man mittels Koordinaten herumspringen. Das heisst, dass man direkt an den Zielort navigieren kann, ohne von einem zentralen Ort auszugehen. So sind in der virtuellen Welt Adressen etwas wichtiger, da sich einprägsame Koordinaten eines Grundstückes oder Gebäudes auf einer x- und y-Achse einfacher merken lassen. Genauso, wie eine einprägsame Domain. Faktoren wie Lärm spielen bei den Überlegungen für virtuelle Immobilien dagegen keine Rolle. Kann man den lästigen Nachbarn doch einfach auf stumm stellen. Sehr praktisch.

Für 501 Millionen Dollar wurden letztes Jahr auf den vier grössten Metaverse-Plattformen digitale Landrechte verkauft.

Der etwas andere digitale Zwilling

Kooperation und Kollaboration sind entscheidend, um die Bauwirtschaft in der Zukunft effizienter zu machen und auch in Metaversen ein möglicher Mehrwert, indem Online-Meetings persönlicher und unterhaltsamer erlebbar sind. Dabei spielt der Digitale Zwilling bei Immobilien eine zentrale Rolle. Im Bereich Bau und Architektur ist beispielsweise eine gemeinsame Begehung von noch nicht einmal gebauten Gebäuden mittels VR bereits gut möglich. Niemand muss mehr von A nach B fahren oder fliegen, um einen besseren Eindruck eines Gebäudes oder dessen Inneneinrichtung zu erhalten. Klar, Haptik und Düfte, werden noch eine Weile auf sich warten lassen, aber das reine Erleben und Diskutieren in einem Team bietet beispielsweise die Schweizer Firma Hegias bereits an.

Ein etwas anderer digitaler Zwilling wurde nun im Metaverse Sandbox erstellt: Als erste «Metareal-Villa» wurde in Florida und in «The Sandbox» kürzlich das erste wirklich hybride Immobilienprojekt verwirklicht: Die Luxusvilla mit unzähligen Schlaf- und Badezimmern und allem erdenklichen Luxus, wurde nicht nur real gebaut, sondern gleichzeitig als «digitaler Zwilling» auch in The Sandbox. Hier verschmilzt die reale und virtuelle Welt tatsächlich.

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Das digitale Grundbuch

In unserem Beitrag «Tokenisierung von Immobilien» haben wir Folgendes festgehalten: «Die rechtlichen Restriktionen für den Kauf und die Aufteilung von Immobilien sind aktuell noch vielfältig: Beispielsweise die Lex Koller (die die Kontrolle von Wohneigentum in der Schweiz durch Ausländer reglementiert), Grundbuchämter sind sehr analog unterwegs und die Handelbarkeit der Tokens ist ebenfalls nicht gegeben.» Vor allem die Grundbücher sind dabei ein limitierender Faktor, den es in Metaversen nicht gibt. Immobilientransaktionen werden auf der Blockchain abgebildet und mittels NFTs digital verbrieft. NFTs enthalten dabei alle Informationen zur virtuellen Immobilie und definieren bestimmte Rechte daran.

Auch virtuell ist Land ein knappes Gut

Auf Decentraland zum Beispiel misst jede Parzelle 16 Meter mal 16 Meter und wird als NFT dargestellt. Die Anzahl der Grundstücke ist auf 90’000 begrenzt, was zu einer künstlichen Verknappung führt. Jeder kann auf Decentraland Land kaufen, mieten oder verkaufen, entweder über OpenSea – einem NFT-Marktplatz – oder über den offiziellen Marktplatz von Decentraland.

Dass die Preise auch für virtuelle Immobilien Potential haben, hängt zum einen damit zusammen, dass sich immer mehr Firmen und Private in Metaversen versuchen: Samsung, Adidas, das Auktionshaus Sotheby’s, der Computerspiele-Entwickler Atari, der Rapper Snoop Dog oder jüngst der Karibik-Staat Barbados, der ankündigte, auf Decentraland eine virtuelle Botschaft zu errichten. Es gibt inzwischen Casinos, Golf-Anlagen, Kunst-Galerien, Festivals mit realen Stars oder auch Mode-Shows auf diesen Metaversen. Zum anderen hat die Ankündigung von Facebook, nicht nur mit dem Namen Meta in Zukunft voll auf Metaverse zu setzen, sehr viel Phantasie in virtuelle Immobilienmärkte gebracht.

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